Bericht 2 – Wahlverfahren (Telefon)

Wahlverfahren

 

Im großem und ganzen gibt es drei Wahlverfahren: das Dioden-Erdverfahren, das Impulsverfahren und das Mehrfrequenzwahlverfahren.

Dioden-Erdverfahren

Dieses Wahlverfahren wird auch als Gleichstromwahlverfahren bezeichnet. Hier wird zusätzlich zu den beiden standardmäßigen Sprechadern einer Telefonleitung auch noch eine weitere Erdader benötigt. Dies ist auch der Grund, warum das DEV (Dioden-Erd­verfahren) nie von der Deutschen Post bzw. der DTAG verwendet wurde.

Durch Drücken der Wahltasten werden Schaltkriterien geschaffen die die Telefonanlage erkennt auswerten kann. Damit die gedrückte Taste erkannt wird, muss diese mindestens 50 ms gedrückt werden. Die Vermittlungsstelle ermittelt die gedrückte Taste durch das Anlegen von Plus- bzw. Minusspannung.

Impulswahlverfahren

Das Impulswahlverfahren ist das älteste Signalisierungsverfahren der automatischen Telefonvermittlung, allerdings ist es heute fast vollständig von dem Mehrfrequenz­wahlverfahren abgelöst worden.

Durch Abheben des Telefonhörers wird zwischen dem analogen Endgerät und der Vermittlungsstelle eine Stromschleife hergestellt.

enn man nun die Wahltasten betätigt, wird die Schleife entsprechend der Zahl unterbrochen ( Ziffer 1 einmal unterbrochen, Ziffer 2 zweimal unterbrochen, Ziffer 0 zehnmal unterbrochen). Die Ziffern werden dadurch in Wahlimpulse umgesetzt, die in der Vermittlungsstelle den Drehwähler ansteuern.

Ein Problem war allerdings, dass durch schnelles Betätigen des Gabelumschalters auch ein Wahlimpuls ausgelöst wird und dadurch sehr oft ungewollt die alte Notrufnummer 111 angewählt wurde, deshalb wurde sie auf 110 geändert.

Mehrfrequenzwahlverfahren

Das Mehrfrequenzwahlverfahren wird auch Tonwahlverfahren genannt. Das kommt daher, dass die gewählte Ziffer durch zwei sinusförmige Tonsignale repräsentiert wird und dann von der Vermittlungsstelle erkannt wird. Das MFV (Mehrfrequenzwahlverfahren) ist ein In-Band-Signalisierungsverfahren, was heißt, dass die Telefonierenden die Tonsignale auch hören können. Ein Nachteil des MFV ist, dass Nebengeräusche (zum Beispiel Musik) ebenfalls von der Vermittlungsstelle erfasst und als Signal aufgefasst werden können.

 



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